Kochi River Project, Kerala, Indien

Neubau eines Ferienresort mit 32 Einheiten

Adresse:
Periyar-River, Kochi
Kerala, Indien

Mitarbeiter:
Wolfram Belz, Christian Holthaus, Claudius Knaack, Janine Tillmann

Bauherr:
Karim Al Somji

Planungsbeginn:
2009



In Kerala, im südwestlichen Indien, dort, wo der Periyar River als breiter Strom träge zwischen Bananenstauden, Kokospalmen und saftigen Wiesen dem nahen Arabischen Meer zu fließt, entsteht ein Resort-Hotel. Es ist ein ganz besonderer Ort und ein besonderes Hotel, ein Ort der Ruhe und Kontemplation, beinahe ein Kloster ohne Kirche. Dabei liegen die pulsierende Stadt Ernakulum und das geschichtsträchtige Kochi nicht weit entfernt, aber selbst die Alltagsgeräusche ihrer nahen Vororte bleiben gedämpft.

Das Grundstück hat eine Fläche von rund 10 000 qm und die Form eines lang gestreckten Rechtecks. In seiner Mitte bleibt der üppig wachsende, tropische Garten erhalten, der sich zum Fluss öffnet, dessen wohl tuende Kühle bewahrt und den Ausblick auf die grandiose Landschaft gewährt

Rund um diesen Garten sind die Gebäude abwechslungsreich komponiert: Das Rezeptionsgebäude mit seiner gewölbten Eingangshalle empfängt den Gast an der Nordecke des Grundstücks. Gegenüber fügt sich so etwas wie ein „Dorfplatz“ mit einem Wasserbassin an die vom Ufer abgewandte Seite des Grundstücks. Ihn umgeben hinter Kolonnaden verborgen eine Bibliothek, ein kleines Café sowie das Ayurvedische Gesundheits- und Wellness-Zentrum. Ein Kräutergarten, gesäumt von Pergolen und Kolonnaden bietet als „Hortus Conclusus“ einen intimen Rückzugsor

Neun eingeschossige Bungalows gruppieren sich in unterschiedlichen Kombinationen und Ausrichtungen, mit Vor- und Rücksprüngen rund um den Park, ebenso wie drei kleine Türme mit je einer Suite in jedem seiner drei Geschosse. Sie werden bekrönt von einem großen Dachgeschossraum, der eine großartige Aussicht gewährt und zugleich das Haus kühl hält. Den „Logenplatz“ am Fluss aber nimmt das Restaurant ein.

Kerala besitzt eine reiche Holzbautradition, aber tropische Harthölzer sind sehr selten und daher zu wertvoll geworden, um sie als Konstruktionsmaterial zu benutzen. Aus diesem Grund und weil das Gebiet Erdbeben gefährdet ist, werden die mehrgeschossigen Bauten als Stahlbetonskelett konstruiert

Wo immer es möglich ist, benutzen wir Ziegelsteine, die in einer kleinen, nahe gelegenen Manufaktur produziert werden. Aus ihr stammen auch die Dachziegel und Bodenfliesen. Einige Wände werden aus Laterite gemauert, einem regionalen, roten Naturstein, der einst allgemein üblich war, aber heute in guter Qualität nur noch schwer erhältlich ist. Auch das Wissen um seine Bearbeitung ist im Aussterben begriffen

Holz kommt für Türen, Fenster, Fensterläden und Teile der Inneneinrichtung zur Anwendung. Dabei benutzen wir ausschließlich Teakholz aus der Region, von dem wir genau wissen, wo es herkommt und das auch ohne chemischen Holzschutz dem tropischen Klima standhält. In der Detaillierung, die wir mit den Handwerkern vor Ort entwickeln, mischen sich westliche Einflüsse und lokale Handwerkstradition.

Auch wenn die Gästezimmer eine Klimaanlage besitzen, sind sie nicht auf sie angewiesen. Denn schwere Dächer mit weiten Überständen schützen die Räume vor der Sonne und Kreuzlüftung dient ihrer natürlichen Abkühlung.

Zur Warmwassergewinnung werden auf allen Dächern dezentralisierte Solarpaneele angebracht.

Obwohl Kerala reich an Niederschlägen ist, kommt es in den Trockenperioden immer wieder zu Wasserknappheit. Deshalb recyceln wir Wasser und nutzen die traditionelle indische  Methode des Sammelns von Regenwasser. Die Wasserbassins auf dem Grundstück haben abgetreppte Ränder, so dass sie, auch wenn bis zu 500 m3 zur Bewässerung entnommen werden, wohl gefüllt wirken.

Kochi River Project, Kerala, Indien

Neubau eines Ferienresort mit 32 Einheiten

Adresse:
Periyar-River, Kochi
Kerala, Indien

Mitarbeiter:
Wolfram Belz, Christian Holthaus, Claudius Knaack, Janine Tillmann

Bauherr:
Karim Al Somji

Planungsbeginn:
2009