Hochgarage Mayen

Nichtoffener Realisierungswettbewerb mit Ideenteil, 2019

Auslober:
Stadt Mayen

Mitarbeiter:
Willi Neuer
Theresa Wauer
 



LEARNING FROM ..... MAYEN

Auch wenn zur Zeit in der Stadt Mayen ein Bedarf an Individualparkplätzen besteht, so muss doch unsere Generation die Verantwortung für die Nachfolgende übernehmen!

Mobilität, Flexibilität und Umweltbewusstsein werden in absehbarer Zukunft zu Veränderungen im Stadtbild führen. Ist für den Einen das Auto noch ein Statussymbol, so ist es für den Anderen schon eher lästig. Autonomes Fahren und Carsharing sind keine Visionen mehr, sie werden teilweise schon praktiziert und in denkbarer Zeit Alltag werden. Bald werden die Autos nicht mehr rumstehen und wertvollen Platz wegnehmen. Dann haben die Städte mit ihren Garagen ein Problem. Mayen nicht!

Mayen 2050 Vorbild für andere Städte!

Wir verstehen den Bedarf an Stellplätzen als temporär.

Wir schlagen eine recyclefähige Hallenkonstruktion im Zentrum des vorhandenen Grundstücks vor.

Diese Konstruktion ist aus Stahlbeton-Fertigteilen, günstig zu produzieren, wieder abbaubar, minimaler Footprint, es ist ja doch mit wertvoller archäologischer Substanz zu rechnen, vier gestapelte Etagen, nach Süden an die Grenze gebaut – vielleicht wollen die Nachbarn hier anbauen? Nach Norden mit ausreichender Abstandsfläche, rundum mit einer Fertigteilfassade versehen, gelocht für den Belichtungs-Sicherheitsfaktor, verglast für den Schallschutz, begrünbar für den Ausgleich. Und:

Auch eine Mantelbebauung ist denkbar! Warum nicht gleichzeitig und warum nicht einseitig belichtet? Nach Westen mit Vorgarten eine Reihe von kleinen Stadthäusern, Firsthöhe wie Umgebung, Traufhöhe wie Umgebung. Ja, nicht historisch den Blockrand schließend, dann wird der Hof zu eng oder die Bebauung zu tief. Neues Wohnen auf drei Geschossen, Erweiterungspotential im Dachgeschoss. Einhüftig zunächst, aber dafür zur schönsten Himmelsrichtung?

Nach Osten drei Stadthäuser in Blockrandbebauung, im Erdgeschoss Läden, Cafés, die Nähe zur Nette ... in den Obergeschossen Wohnen oder Arbeiten. Im tiefsten dieser Grundstücke eine Art Remise im Hinterhof, als Gewerbe oder Wohnhaus denkbar.

Die Garage ist kompakt. Wir denken uns ein Elementsystem. Wir haben sie so filigran wie möglich konzipiert, so schnell wie möglich zu bauen, eine doppelspurige Rampe an der Hauptzufahrt gelegen, ein Lichthof zur Orientierung und Angstvermeidung. Brespa vorgespannte Decken, Abdichtung aus Gussasphalt. Wir stellen uns das Ganze farbig vor, vielleicht wie auf einem Sportplatz, helles Rot, aber auch helles Grün ist angenehm? Eine Treppe am hellen Lichthof, ein Aufzug, eine außenliegende Treppe, rundum eine Fassade.

Und in 20, 30 Jahren kann man Etage für Etage wieder abbauen, oder auch von Norden her Scheibenweise reduzieren, denn man wird viel weniger Stellplätze brauchen, Autos werden fahren, nicht stehen, nur noch kurzfristig, und dann viel weniger. Und Aufladestationen werden wir vorsehen. Vielleicht braucht man den Parkplatz dann irgendwann gar nicht mehr, dann können die Mantel – Eigentümer ihre Grundstücke erweitern und Löcher in ihre Wände schneiden – und dann kann die Stadt dort ein neues Haus bauen, eine Kita, ein Gemeinschaftshaus, ein Haus für die Menschen, und nicht für die Autos?

Es werden im Mantel 12 Grundstücke mit insgesamt ca. 1.400 m2 Grundstücksfläche und ca. 2.500 m2 Nutzfläche angeboten.

Ist das nicht eine Chance für Mayen?

Hochgarage Mayen

Nichtoffener Realisierungswettbewerb mit Ideenteil, 2019

Auslober:
Stadt Mayen

Mitarbeiter:
Willi Neuer
Theresa Wauer