Ideenwerkstatt "Köpenicker Allee 146-162" Berlin

Entwicklung eines städtebaulichen Masterplans, 2019, 2. Rang

Bezirk Lichtenberg / Ortsteil Karlshorst

Auftraggeber:
Gewobag

Mitarbeiterin:
Alba Tavares Vanhoutte, Daniel Groß, Nils Oehler



Wie wollen wir wohnen?

Wir stellen uns ein Quartier vor mit Plätzen, Höfen und Wegen, ein durchgrüntes Viertel, gegliedert, geordnet, vielschichtig, nicht zu dicht, aber auch nicht zu locker bebaut. Wir wollen Treffen ermöglichen, Nachbarschaft und Austausch fördern, ebenso aber den sukzessiven Rückzug ins private Wohnen mit differenzierten Raumqualitäten ermöglichen. Das Quartier soll Identität stiften, gemeinschaftlich und privat zugleich.

In Proportion, Höhe und Dichte orientiert sich der Entwurf an der Umgebungsbebauung östlich der Köpenicker Allee. Zwei Gebäudegrundtypen mit jeweils vier Geschossen erzeugen differenzierte Raumsituationen. Um einen zentralen Quartiersplatz werden sie durch ein fünftes Staffelgeschoss ergänzt. Es entstehen lichte Wohnhöfe neben differenziertem städtischem Wohn- und Straßenraum.

Die Bebauungsstruktur zeigt sich zur Köpenicker Allee fest geschlossen, um das Wohnquartier vor Verkehrslärm zu schützen. Eine zentral gelegene Straße erschließt das Stadtviertel und den Quartiersplatz, sowie den rückseitig gelegenen Park. Der Park steht dabei in seiner ungeordneten Ursprünglichkeit der klaren Baustruktur des Wohnviertels gegenüber und bereichert die Vielseitigkeit der Räume des Stadtquartiers.

Den nord-östlichen Straßenzug sowie den zentralen Quartiersplatz begleiten verschiedene Gewerbeeinheiten. Ein kleines Café, ein Mini-Markt, eine Bäckerei oder ein kleiner Buchladen beleben das Quartier, laden zum Verweilen ein und werden zum Treffpunkt des nachbarschaftlichen Lebens. Auf dem Platz findet ein kleiner Wochenmarkt statt.

Der süd-westlich gelegene Teil der Straße verwandelt sich in Gestalt und Atmosphäre vom steinernen Stadtraum zum grünen Vorboten des Parks. Ein klar gefasster Grünraum, welcher in die „natürliche“ Parklandschaft überleitet.

Die vier Höfe schreiben sich als halböffentliche Wohnhöfe in die Struktur des Quartiers ein. Jeder Hof entwickelt durch eigenständige Bepflanzung oder Erhaltung der Bestandsbäume, sowie durch Materialität und Farbe selbstständige Qualitäten und Charakteristika. Der südöstlich gelegene Hof beherbergt die Kindertagesstätte. Die Kita erhält einen Teil des nordöstlichen Hauses im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss.

Das gesamte Stadtquartier soll vornehmlich fußläufig oder mit dem Rad erschlossen werden. Stellplätze für PKW liegen nördlich und südlich der Bebauung, am Grundstücksrand. Für BSR, Feuerwehr und Umzugswagen sind die Gebäude durch adäquate Straßenbreiten problemlos zu erschließen. Die S-Bahn Station „Karlshorst“ wird über den westlich gelegenen Fußweg erreicht.

Sämtliche Häuser erhalten durchgesteckte Foyers. Sie können demnach sowohl hofseitig, als auch straßenseitig erschlossen werden. In den Erdgeschossen der Häuser befinden sich Abstellmöglichkeiten für Müll, Kinderwagen und Fahrräder.

Der Entwurf sieht zwei Gebäudetypen vor: Als erster Typ freistehende Mehrfamilien-Häuser mit je zwei Treppenhäusern, als zweiter Typ zeilenartige Gebäude mit je vier Treppenhäusern, welche welcher in „halbierter L-Form“ die Bebauungsstruktur nach Südwesten zum Park begrenzt.

Das neue Quartier hat ein starkes Innenleben, das von der Vielfalt der Räume lebt und präsentiert sich trotzdem niedrigschwellig und durchlässig für die Umgebung. Das idyllische Wäldchen im Westen des Grundstücks wird nicht bebaut sondern erhalten. Ein kleines Biotop, das unser Bedürfnis nach Natur und ökologischer Ausgeglichenheit erfüllt.

Der Entwurf beansprucht eine gewisse Selbstständigkeit in der vorhandenen Stadtstruktur und verdeutlicht somit seine Widmung als ruhiges „Wohnquartier“. Und dennoch vermittelt das Viertel eine stadträumliche Atmosphäre, welche alle Bewohner der Stadt einlädt vorbeizuschauen oder die Sonne im Park zu genießen.

Die neue Siedlung soll ein Stück Gartenstadt sein, das unterschiedliche Größen und Qualitäten von Grünräumen anbietet, allerdings nicht aus konkurrierenden Einzelgebäuden besteht. Durch die Wiederholung der Typen ist die Idee effizient, durch die Anordnung und innere Organisation sind die entstandenen Freiflächen vielseitig und spannend.

Die Anlage nimmt sich des Themas klassischer Garten-Siedlungen an, welche durch verschieden große Grün- und Freiräume und eine relativ hohe städtische Dichte eine charakteristische Nachbarschaft erzeugt, ohne dabei Orte der Begegnung und auch des Rückzugs zu vernachlässigen.

Hier wollen wir leben.

Ideenwerkstatt "Köpenicker Allee 146-162" Berlin

Entwicklung eines städtebaulichen Masterplans, 2019, 2. Rang

Bezirk Lichtenberg / Ortsteil Karlshorst

Auftraggeber:
Gewobag

Mitarbeiterin:
Alba Tavares Vanhoutte, Daniel Groß, Nils Oehler