Fassadengestaltung eines Bürohauses, Berlin-Tiergarten
Wettbewerb, 2026
Nicht-Offener Wettbewerb für die Gestaltung einer Bürohausfassade, 2025-2026
Die städtebauliche Antwort auf die Frage der Ausgestaltung der Wand und der Eckbebauung an der südlichen Grundstücksgrenze An der Urania 16-18 zum Dorlandhochhaus kann keine geschlossene Brandwand sein.
Ein Baukörper, der den Block sowohl öffnet – durch Fenster, die Aus- und Ein-Blicke möglich machen - und gleichzeitig den Block klar begrenzt, durch eine neue Art Blockrandschließung, stellt ein beruhigendes und klares Verhältnis von Haus, Grundstück und Stadt her.
Ein vielfach geknickter Körper mit einer gefalteten Fassade bietet dem freistehenden denkmalgeschützten Hochhaus ein starkes Rückgrat, es entsteht ein angemessenes Ensemble an dieser prominenten Ecke Berlins.
Die Thematik der Faltungen und das knicken des Volumens, vielleicht ein wenig wie ein wertvoll geschliffener Diamant, wird in die Fassade übertragen. Je 2 Achsen à 1,35m werden zusammengefasst indem sie leicht vorspringend, von Innen gesehen Erkerartige Vorsprünge ausbilden. Lisenen formen ihre Spitze, über kräftigere Pfeiler wird die Lastabtragung abgebildet und die Vertikalität betont.
Die Lisenen und Pfeiler sind aus Metall geformt, Metall lässt sich gut biegen, falten und knicken. Auch als Keramikfassade wären die Elemente vorfabrizier- und denkbar.
Die Fenster sind ab 1,10m öffenbar, als Holz- Alu- Verbundfenster mit integriertem Sonnen- und Blendschutz versehen.
Die Felder zwischen den Fenstern sind mit farbigen Blechen gefüllt. Hier sind auch alternative Materialien auf Putz denkbar: Fliesen, Baukeramik, Riemchen, in den beiden Innenhoffassaden ist farbiger Putz angemessen.
In der Farbigkeit schlagen wir einen hellgrünen Farbklang vor, die Farbe ist beruhigend, nicht aufdringlich, freundlich, aber selbstbewusst.
Metall ist das Material des Dorland – Hochhauses, von silberfarben bis hell- und dunkel- grau. Bis auf die geschlossenen Ecken ist das Haus stark horizontal geschichtet.
Die Fassaden des Westlyns sind eher vertikal gegliedert, mit horizontalen Bändern durchwebt.
Bemerkenswert ist die Gliederung der Stadtwand durch seinen Haupt- Vorsprung an der Urania, fast könnte man zwei Häuser vermuten, auch durch den Höhenunterschied hervorgerufen. Städtebaulich tut das seiner Erscheinung sehr gut, inhaltlich sind es kleine architektonische Elemente, die diesen Eindruck hervorheben:
Während der nördliche Wandbereich des Hauses durch ein Abschlussgesims gegliedert ist und sich exakt an die Nahbarbebauung anschließt, wird der Eckbereich des Westlyns durch eine Kolonnade und einen ausformulierten Attikaabschluss charakterisiert: fast wie eine Krone werden Giebel zitiert, hier ist die Adresse des Hauses. Die Kolonnade ist aus robustem Material gefertigt, hier soll ein haptisches Erleben möglich werden.
Ein zweigeschossiges Foyer empfängt die Menschen und leitet direkt zum Aufzugsvorraum.
Mitarbeiter: Jonas Schuh, Tobias Trimborn
Beratende Fachplanung: Miriam Brosi (GSE Ingenieure)
Modellbau: Modersohn & Freiesleben